Strategisches Geschäftsfeld

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index

Ein strategisches Geschäftsfeld (SGF) bezeichnet einen klar abgegrenzten Bereich innerhalb eines Unternehmens, der eine eigenständige Marktstellung und spezifische Wettbewerbsvorteile aufweist. Es handelt sich um eine organisatorische Einheit oder einen Marktbereich, der bestimmte Produkte oder Dienstleistungen für eine definierte Zielgruppe anbietet. Ein strategisches Geschäftsfeld hat seine eigenen strategischen Ziele, Wettbewerbsstrategien und Marktchancen, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich auf unterschiedlichen Märkten oder mit unterschiedlichen Produkten gezielt zu positionieren.

Merkmale eines strategischen Geschäftsfelds

  1. Marktabgrenzung: Ein strategisches Geschäftsfeld ist in der Regel klar abgegrenzt und umfasst einen bestimmten Markt oder ein bestimmtes Segment innerhalb eines größeren Unternehmens. Die Abgrenzung erfolgt oft nach geografischen, produktbezogenen oder kundenspezifischen Kriterien. Beispielsweise könnte ein Unternehmen mehrere SGFs haben, die sich jeweils auf den Markt für Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik oder Softwareentwicklung konzentrieren.
  2. Eigenständige Wettbewerbsstrategie: Jedes SGF verfolgt seine eigene Wettbewerbsstrategie, die sich an den spezifischen Anforderungen und Wettbewerbsbedingungen des jeweiligen Marktes orientiert. Dies bedeutet, dass die strategischen Prioritäten für jedes SGF unterschiedlich sein können. Ein SGF könnte zum Beispiel eine Kostenführerschaft-Strategie verfolgen, während ein anderes SGF eine Differenzierungsstrategie anstrebt.
  3. Zielgruppen und Bedürfnisse: Jedes strategische Geschäftsfeld bedient eine bestimmte Zielgruppe mit spezifischen Bedürfnissen und Erwartungen. Es wird genau analysiert, welche Produkte oder Dienstleistungen den Kunden im jeweiligen SGF den größten Nutzen bieten und welche Marktpotenziale vorhanden sind.
  4. Eigenständige Ressourcen und Kompetenzen: Ein SGF besitzt oft bestimmte Ressourcen, Fähigkeiten und Kompetenzen, die es von anderen Bereichen innerhalb des Unternehmens abgrenzen. Dazu gehören zum Beispiel spezialisierte Produktionskapazitäten, spezifisches Know-how oder besondere Markenstärken, die für das SGF relevant sind.
  5. Messbare Ziele: Jedes SGF hat spezifische Ziele, die es erreichen will. Diese Ziele sind oft auf Umsatz, Marktanteil, Rentabilität oder andere messbare Erfolgskennzahlen ausgerichtet. Die Definition von Zielen hilft dabei, den Erfolg des SGFs zu überwachen und anzupassen.

Zweck und Bedeutung von strategischen Geschäftsfeldern

  1. Fokussierung auf spezifische Märkte: Ein Unternehmen kann durch die Bildung von strategischen Geschäftsfeldern sicherstellen, dass es sich auf bestimmte Märkte oder Kundengruppen konzentriert. Dies ermöglicht eine präzisere Marktansprache und eine differenzierte Wettbewerbsstrategie für jedes SGF.
  2. Bessere Ressourcennutzung: Durch die Aufteilung des Unternehmens in SGFs können Ressourcen gezielter und effizienter eingesetzt werden. Jedes SGF erhält die für seinen Markt benötigten Ressourcen, sei es in Form von Kapital, Personal oder Technologie.
  3. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: SGFs ermöglichen es Unternehmen, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Wenn sich die Bedingungen in einem bestimmten Markt ändern (z.B. durch neue Wettbewerber oder technologische Entwicklungen), kann das SGF schnell seine Strategie anpassen, ohne dass dies das gesamte Unternehmen betrifft.
  4. Zielgerichtete Steuerung und Kontrolle: Unternehmen können durch die Aufteilung in SGFs ihre Steuerung und Kontrolle verbessern. Es ist einfacher, die Leistung eines einzelnen SGFs zu messen und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Dies ermöglicht eine präzisere strategische Planung und gezielte Maßnahmen zur Erreichung von Unternehmenszielen.
  5. Diversifikation: Unternehmen, die mehrere SGFs betreiben, können von Diversifikation profitieren. Ein Unternehmen mit verschiedenen SGFs kann Risiken streuen, indem es in unterschiedlichen Märkten tätig ist. Wenn beispielsweise ein Markt stagniert, kann ein anderes SGF weiterhin Wachstum und Profitabilität generieren.

Beispiele für strategische Geschäftsfelder

  1. Automobilindustrie: Ein Unternehmen wie Volkswagen könnte mehrere strategische Geschäftsfelder haben, z.B. ein SGF für Kompaktwagen, ein weiteres für Luxusfahrzeuge (z.B. mit der Marke Audi) und ein weiteres für Elektrofahrzeuge. Jedes dieser SGFs hat unterschiedliche Zielgruppen, Anforderungen und Wettbewerbsstrategien.
  2. Technologiebranche: Ein Unternehmen wie Apple könnte ein strategisches Geschäftsfeld im Bereich Smartphones, ein weiteres im Bereich Computer und Laptops und ein weiteres im Bereich Wearables (z.B. Apple Watch) haben. Jedes dieser SGFs richtet sich an unterschiedliche Marktbedürfnisse und setzt verschiedene Innovationsstrategien um.
  3. Lebensmittelindustrie: Ein Unternehmen wie Nestlé könnte strategische Geschäftsfelder für Nahrung und Getränke, Babynahrung und Gesundheitsprodukte haben. Jedes dieser SGFs hat eigene Wachstumsstrategien und Marktansätze, um den jeweiligen Konsumentenbedürfnissen gerecht zu werden.

Prozess der Bildung von strategischen Geschäftsfeldern

  1. Marktanalyse und Segmentierung: Der erste Schritt bei der Bildung von SGFs besteht darin, den Markt zu analysieren und ihn in verschiedene Segmente zu unterteilen. Diese Segmente können auf Basis von geografischen Aspekten, demografischen Merkmalen oder Verhaltensweisen der Zielgruppe gebildet werden.
  2. Identifikation der SGFs: Basierend auf der Marktsegmentierung werden die verschiedenen strategischen Geschäftsfelder identifiziert. Jedes SGF stellt eine spezifische Marktnische oder Produktkategorie dar, in der das Unternehmen wettbewerbsfähig sein kann.
  3. Festlegung von Zielen und Strategien: Jedes SGF wird mit spezifischen Zielen und Strategien versehen, die zu den übergeordneten Unternehmenszielen passen. Die Strategie für jedes SGF wird auf die Besonderheiten des jeweiligen Marktes und der Zielgruppe abgestimmt.
  4. Ressourcenallokation: Es wird entschieden, welche Ressourcen (z.B. Personal, Kapital, Technologie) jedem SGF zugewiesen werden, um die festgelegten Ziele zu erreichen. Hierbei wird auf die speziellen Anforderungen jedes SGFs eingegangen.
  5. Überwachung und Anpassung: Die Leistung jedes SGFs wird regelmäßig überwacht. Anhand von Kennzahlen wie Umsatz, Marktanteil oder Rentabilität werden die Fortschritte gemessen. Bei Bedarf werden Anpassungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass die SGFs ihre Ziele erreichen.

Fazit

Ein strategisches Geschäftsfeld ist eine wichtige organisatorische und strategische Einheit innerhalb eines Unternehmens, die eine eigenständige Marktposition verfolgt. Es ermöglicht eine fokussierte und zielgerichtete Strategieentwicklung für verschiedene Produkte oder Märkte. Durch die Aufteilung eines Unternehmens in SGFs können Ressourcen effizienter genutzt, Marktrisiken diversifiziert und Wettbewerbsvorteile gezielt aufgebaut werden. Unternehmen, die ihre SGFs effektiv managen, sind besser in der Lage, auf unterschiedliche Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse einzugehen und langfristigen Erfolg zu sichern.

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index