Secondary Offering

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Ein Secondary Offering (dt. Zweitplatzierung oder Sekundäremission) bezeichnet den Verkauf bereits bestehender Wertpapiere am Kapitalmarkt durch bestehende Aktionäre oder Investoren. Im Gegensatz zu einem Primary Offering, bei dem neue Aktien emittiert werden und das Kapital dem Unternehmen zufließt, betrifft ein Secondary Offering ausschließlich bereits ausgegebene Aktien oder Anleihen.
Arten eines Secondary Offerings
1. Nicht-kapitalerhöhendes Secondary Offering (Non-Dilutive Secondary Offering)
- Hier verkaufen bestehende Aktionäre (z. B. Gründer, Großinvestoren oder Risikokapitalgeber) ihre eigenen Aktien an andere Investoren.
- Das Unternehmen erhält kein zusätzliches Kapital, da die Erlöse direkt an die verkaufenden Aktionäre gehen.
- Diese Art kommt oft vor, wenn Großaktionäre aussteigen oder wenn eine Lock-up-Periode nach einem IPO endet.
2. Kapitalerhöhendes Secondary Offering (Dilutive Secondary Offering)
- Diese Variante wird auch als Follow-on Offering (FPO) bezeichnet.
- Hier gibt das Unternehmen zusätzliche neue Aktien aus, was eine Kapitalerhöhung bedeutet.
- Dadurch steigt das Gesamtkapital des Unternehmens, aber auch die Anzahl der ausstehenden Aktien, was zur Verwässerung bestehender Anteile führt.
Unterschied zwischen Primary und Secondary Offering
| Merkmal | Primary Offering | Secondary Offering |
|---|---|---|
| Wer verkauft? | Das Unternehmen gibt neue Aktien aus | Bestehende Aktionäre verkaufen ihre Anteile |
| Geldfluss | Kapital fließt direkt an das Unternehmen | Verkaufserlös geht an die Aktionäre |
| Auswirkung auf Aktienanzahl | Mehr Aktien werden geschaffen (Verwässerung) | Keine neuen Aktien, keine Verwässerung |
| Häufigkeit | Kommt bei IPOs oder Kapitalerhöhungen vor | Tritt nach IPOs oder bei Eigentümerwechsel auf |
Vorteile eines Secondary Offerings
✅ Für Investoren: Ermöglicht den Einstieg in das Unternehmen, ohne dass neue Aktien geschaffen werden.
✅ Für Großaktionäre: Bietet eine Möglichkeit zum Exit, ohne die Kontrolle des Unternehmens zu gefährden.
✅ Für das Unternehmen: Kann durch breitere Streuung der Aktien den Börsenwert stabilisieren.
Nachteile eines Secondary Offerings
❌ Druck auf den Aktienkurs: Ein großer Verkauf kann das Vertrauen der Märkte erschüttern.
❌ Signalwirkung: Kann als Zeichen gewertet werden, dass Insider wenig Vertrauen in zukünftiges Wachstum haben.
❌ Verwässerung möglich: Falls es sich um ein kapitalerhöhendes Secondary Offering handelt, sinkt der Anteil bestehender Aktionäre.
Fazit
Ein Secondary Offering dient hauptsächlich dem Verkauf bereits bestehender Aktien durch Investoren oder Gründer. Während es keine direkte Kapitalbeschaffung für das Unternehmen darstellt, kann es den Handel mit Aktien erleichtern und die Eigentümerstruktur verändern. Ein kapitalerhöhendes Secondary Offering kann jedoch zu einer Verwässerung bestehender Anteile führen.
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