Secondary Offering

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index
Secondary Offering

Bild von maniacvector auf Freepik

Ein Secondary Offering (dt. Zweitplatzierung oder Sekundäremission) bezeichnet den Verkauf bereits bestehender Wertpapiere am Kapitalmarkt durch bestehende Aktionäre oder Investoren. Im Gegensatz zu einem Primary Offering, bei dem neue Aktien emittiert werden und das Kapital dem Unternehmen zufließt, betrifft ein Secondary Offering ausschließlich bereits ausgegebene Aktien oder Anleihen.


Arten eines Secondary Offerings

1. Nicht-kapitalerhöhendes Secondary Offering (Non-Dilutive Secondary Offering)

  • Hier verkaufen bestehende Aktionäre (z. B. Gründer, Großinvestoren oder Risikokapitalgeber) ihre eigenen Aktien an andere Investoren.
  • Das Unternehmen erhält kein zusätzliches Kapital, da die Erlöse direkt an die verkaufenden Aktionäre gehen.
  • Diese Art kommt oft vor, wenn Großaktionäre aussteigen oder wenn eine Lock-up-Periode nach einem IPO endet.

2. Kapitalerhöhendes Secondary Offering (Dilutive Secondary Offering)


Unterschied zwischen Primary und Secondary Offering

MerkmalPrimary OfferingSecondary Offering
Wer verkauft?Das Unternehmen gibt neue Aktien ausBestehende Aktionäre verkaufen ihre Anteile
GeldflussKapital fließt direkt an das UnternehmenVerkaufserlös geht an die Aktionäre
Auswirkung auf AktienanzahlMehr Aktien werden geschaffen (Verwässerung)Keine neuen Aktien, keine Verwässerung
HäufigkeitKommt bei IPOs oder Kapitalerhöhungen vorTritt nach IPOs oder bei Eigentümerwechsel auf

Vorteile eines Secondary Offerings

Für Investoren: Ermöglicht den Einstieg in das Unternehmen, ohne dass neue Aktien geschaffen werden.
Für Großaktionäre: Bietet eine Möglichkeit zum Exit, ohne die Kontrolle des Unternehmens zu gefährden.
Für das Unternehmen: Kann durch breitere Streuung der Aktien den Börsenwert stabilisieren.


Nachteile eines Secondary Offerings

Druck auf den Aktienkurs: Ein großer Verkauf kann das Vertrauen der Märkte erschüttern.
Signalwirkung: Kann als Zeichen gewertet werden, dass Insider wenig Vertrauen in zukünftiges Wachstum haben.
Verwässerung möglich: Falls es sich um ein kapitalerhöhendes Secondary Offering handelt, sinkt der Anteil bestehender Aktionäre.


Fazit

Ein Secondary Offering dient hauptsächlich dem Verkauf bereits bestehender Aktien durch Investoren oder Gründer. Während es keine direkte Kapitalbeschaffung für das Unternehmen darstellt, kann es den Handel mit Aktien erleichtern und die Eigentümerstruktur verändern. Ein kapitalerhöhendes Secondary Offering kann jedoch zu einer Verwässerung bestehender Anteile führen.

Du möchtest zu diesen Begriff oder einem anderen Thema mit uns ins Gespräch kommen? 
Dann kontaktiere uns einfach hier! 😊

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index