Lastschrift

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Lastschrift – Definition und Bedeutung

Die Lastschrift ist ein Zahlungsverfahren, bei dem ein Zahlungsempfänger (z. B. ein Unternehmen) berechtigt ist, einen bestimmten Betrag direkt vom Bankkonto des Zahlenden abzubuchen. Dabei gibt der Zahlungspflichtige seine Einwilligung (Mandat), dass der Zahlungsempfänger den Betrag bei seiner Bank einziehen darf.

Die Lastschrift ist ein weit verbreitetes Zahlungsmittel, insbesondere im europäischen Raum, und wird häufig für wiederkehrende Zahlungen wie Mieten, Abonnements oder Versicherungen verwendet.


Ablauf des Lastschriftverfahrens

  1. Erteilung des Lastschriftmandats:
    • Der Zahlungspflichtige erlaubt dem Zahlungsempfänger, einen Betrag von seinem Konto abzubuchen.
    • Das Mandat enthält Angaben wie IBAN, BIC und die Zustimmung zur Abbuchung.
  2. Einreichung der Lastschrift:
    • Der Zahlungsempfänger sendet eine Abbuchungsanweisung an seine Bank.
  3. Durchführung der Abbuchung:
    • Die Bank des Zahlungsempfängers leitet die Abbuchung an die Bank des Zahlungspflichtigen weiter.
  4. Gutschrift beim Zahlungsempfänger:
    • Der abgebuchte Betrag wird auf das Konto des Zahlungsempfängers überwiesen.
  5. Widerspruchsrecht:
    • Der Zahlungspflichtige hat die Möglichkeit, der Abbuchung innerhalb einer bestimmten Frist zu widersprechen.

Arten von Lastschriften

  1. SEPA-Basislastschrift:
    • Wird im gesamten SEPA-Raum (Single Euro Payments Area) verwendet.
    • Widerspruchsfrist: 8 Wochen nach der Abbuchung ohne Angabe von Gründen.
  2. SEPA-Firmenlastschrift:
    • Speziell für Geschäftskunden, ohne Widerspruchsrecht nach erfolgter Belastung.
    • Erfordert eine Vereinbarung zwischen den beteiligten Unternehmen.
  3. Einmallastschrift:
    • Für einmalige Zahlungen, z. B. bei Online-Bestellungen.
  4. Wiederkehrende Lastschrift:
    • Für regelmäßige Zahlungen wie Mietkosten, Stromrechnungen oder Abonnements.

Vorteile der Lastschrift

  1. Für den Zahlungspflichtigen:
    • Bequemlichkeit: Keine manuellen Überweisungen erforderlich.
    • Zuverlässigkeit: Zahlungen werden pünktlich ausgeführt.
    • Kontrolle: Möglichkeit, unberechtigten Abbuchungen zu widersprechen.
  2. Für den Zahlungsempfänger:
    • Zahlungssicherheit: Schnelle und planbare Geldeingänge.
    • Automatisierung: Weniger administrativer Aufwand im Zahlungsmanagement.

Nachteile der Lastschrift

  1. Für den Zahlungspflichtigen:
    • Abhängigkeit: Zahlungsempfänger kann selbstständig abbuchen, was bei unberechtigten Abbuchungen problematisch sein kann.
    • Kontodeckung: Unzureichende Deckung führt zu Rücklastschriften und zusätzlichen Gebühren.
  2. Für den Zahlungsempfänger:
    • Widerspruchsrecht: Zahlungen können innerhalb der Frist zurückgerufen werden, was Liquiditätsprobleme verursachen kann.
    • Administrativer Aufwand: Erforderlich für die Verwaltung von Mandaten und Rücklastschriften.

Widerspruch und Rückbuchung

  1. Fristen:
    • SEPA-Basislastschrift: 8 Wochen ohne Angabe von Gründen.
    • Unberechtigte Lastschrift: Rückbuchung möglich bis zu 13 Monate nach Belastung.
  2. Prozess:
    • Der Zahlungspflichtige wendet sich an seine Bank, um die Abbuchung rückgängig zu machen.

Rechtliche Grundlagen

  1. SEPA-Lastschriftverfahren:
    • Geregelt durch die Europäische Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2).
    • Einheitliche Standards für Lastschriften im europäischen Zahlungsraum.
  2. Lastschriftmandat:
    • Der Zahlungsempfänger muss das Mandat aufbewahren und auf Anfrage vorlegen können.
  3. Schutz des Zahlungspflichtigen:
    • Rechte auf Rückbuchung und transparente Information durch die Bank.

Beispiel für die Nutzung der Lastschrift

Situation:

  • Kunde: Erteilt einem Fitnessstudio ein SEPA-Lastschriftmandat.
  • Fitnessstudio: Bucht monatlich 50 € vom Konto des Kunden ab.
  • Bank: Belastet das Konto des Kunden und überweist den Betrag an das Fitnessstudio.
  • Kunde: Stellt fest, dass das Fitnessstudio zu viel abgebucht hat, und widerspricht der Abbuchung innerhalb von 8 Wochen.

Unterschiede zwischen Lastschrift und Dauerauftrag

MerkmalLastschriftDauerauftrag
InitiativeZahlungsempfänger zieht den Betrag einZahlungspflichtiger gibt den Auftrag
FlexibilitätBetrag und Termin variabelFeste Beträge und Termine
WiderspruchsrechtJa, innerhalb bestimmter FristenKeine Rückbuchung möglich
AnwendungsbereichWiederkehrende und einmalige ZahlungenRegelmäßige Zahlungen mit festem Betrag

Vorteile der SEPA-Lastschrift im europäischen Raum

  1. Einheitlichkeit:
    • Gleiche Regeln für alle SEPA-Mitgliedsstaaten.
  2. Internationale Zahlungen:
    • Bequeme Abwicklung auch bei grenzüberschreitenden Zahlungen.
  3. Zeitersparnis:
    • Automatisierte Prozesse für Unternehmen und Verbraucher.

Fazit

Die Lastschrift ist ein flexibles und komfortables Zahlungsmittel, das sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen Vorteile bietet. Sie erleichtert regelmäßige Zahlungen, bietet Sicherheit durch das Widerspruchsrecht und ist im europäischen Zahlungsraum durch das SEPA-Verfahren einheitlich geregelt. Trotz der Vorteile ist es wichtig, die Abbuchungen regelmäßig zu prüfen, um unberechtigte Belastungen rechtzeitig zu erkennen.

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