Target Costing

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Target Costing

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Target Costing ist eine strategische Methode der Kostenkalkulation, die darauf abzielt, die Kosten eines Produkts oder einer Dienstleistung so zu steuern, dass das Unternehmen bei einem vorgegebenen Verkaufspreis oder einer gewünschten Gewinnmarge wettbewerbsfähig bleibt. Ziel des Target Costing ist es, die Produktionskosten auf ein festgelegtes Niveau zu senken, bevor die eigentliche Produktion beginnt, indem man die Marktanforderungen und den Preis berücksichtigt.

Im Gegensatz zur traditionellen Kostenkalkulation, bei der der Preis nach Ermittlung der Kosten festgelegt wird, basiert das Target Costing auf der Festlegung des gewünschten Endpreises und der Gewinnmarge und arbeitet dann rückwärts, um die maximal zulässigen Produktionskosten zu ermitteln.

Funktionsweise des Target Costing:

  1. Festlegung des Zielverkaufspreises: Der erste Schritt im Target Costing besteht darin, den Verkaufspreis des Produkts zu bestimmen. Dieser Preis wird durch Marktanalysen und Wettbewerbsvergleiche festgelegt und orientiert sich an der Zahlungsbereitschaft der Kunden sowie den Marktbedingungen.
  2. Bestimmung der angestrebten Gewinnmarge: Das Unternehmen legt eine gewünschte Gewinnmarge fest, die es auf den Verkaufspreis anwenden möchte. Diese Marge ist der Betrag, den das Unternehmen für sich selbst erzielen möchte.
  3. Berechnung der maximalen Kosten: Nachdem der Zielverkaufspreis und die gewünschte Gewinnmarge festgelegt wurden, berechnet man die maximalen Produktionskosten. Dies geschieht durch die folgende Formel: Maximale Kosten=Zielverkaufspreis−Gewinnmarge\text{Maximale Kosten} = \text{Zielverkaufspreis} – \text{Gewinnmarge} Diese maximalen Kosten stellen den Rahmen dar, den das Unternehmen für die Produktion des Produkts einhalten muss.
  4. Kostenmanagement und Senkung der Produktionskosten: Die nächste Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass die tatsächlichen Produktionskosten unter den maximal zulässigen Kosten liegen. Dies erfordert eine detaillierte Analyse der Produktionsprozesse und Identifizierung von Einsparpotenzialen, wie z.B. durch Effizienzsteigerungen, Automatisierung oder günstigere Zulieferer. Ziel ist es, die Produktionskosten so zu senken, dass das Unternehmen den maximalen Gewinn bei einem wettbewerbsfähigen Preis realisieren kann.
  5. Kontinuierliche Anpassung: Das Target Costing ist ein kontinuierlicher Prozess. Es erfordert regelmäßige Überprüfung und Anpassung, um sicherzustellen, dass das Unternehmen während des gesamten Lebenszyklus des Produkts wettbewerbsfähig bleibt und die angestrebten Kosten und Gewinnziele eingehalten werden.

Beispiel für Target Costing:

Angenommen, ein Unternehmen plant die Herstellung eines neuen Smartphones. Nach einer Marktanalyse wird ein Zielverkaufspreis von 500 € festgelegt. Das Unternehmen möchte eine Gewinnmarge von 20 %, also 100 €, erzielen.

  1. Zielverkaufspreis: 500 €
  2. Gewinnmarge: 100 €
  3. Maximale Produktionskosten: 500 €−100 €=400 €500 \, \text{€} – 100 \, \text{€} = 400 \, \text{€} Das bedeutet, dass die maximalen Produktionskosten für das Smartphone 400 € betragen dürfen.

Nun muss das Unternehmen sicherstellen, dass die tatsächlichen Produktionskosten (einschließlich Material, Fertigung, Entwicklung, etc.) 400 € nicht überschreiten. Falls die Produktionskosten zunächst bei 450 € liegen, müsste das Unternehmen nach Wegen suchen, um die Kosten um 50 € zu senken (z.B. durch bessere Materialbeschaffung, optimierte Fertigungsprozesse oder Reduktion von Features, die den Preis unnötig erhöhen).

Vorteile von Target Costing:

  1. Wettbewerbsfähigkeit: Unternehmen können mit Target Costing sicherstellen, dass sie Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, die gleichzeitig die gewünschten Gewinnmargen erzielen.
  2. Kostenkontrolle: Da die maximal zulässigen Produktionskosten festgelegt werden, fördert das Target Costing eine kontinuierliche Kontrolle und Optimierung der Kostenstruktur.
  3. Fokus auf Effizienz: Unternehmen sind gezwungen, nach Möglichkeiten zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung zu suchen, was langfristig die Rentabilität steigern kann.
  4. Marktorientierung: Da der Preis und die Gewinnmarge basierend auf den Marktanforderungen festgelegt werden, stellt das Target Costing sicher, dass das Produkt im Markt gut positioniert ist.

Nachteile von Target Costing:

  1. Hoher Aufwand: Das Verfahren erfordert eine detaillierte Marktanalyse und präzise Kostenschätzungen, was einen höheren Planungs- und Verwaltungsaufwand mit sich bringt.
  2. Schwierig bei Innovationsprodukten: Bei neuen oder innovativen Produkten, bei denen es wenig oder keine Vergleichswerte gibt, kann das Target Costing schwierig anzuwenden sein, da der Marktpreis und die Gewinnmarge schwer abzuschätzen sind.
  3. Druck auf die Produktion: Da Unternehmen gezwungen sind, die Kosten auf ein bestimmtes Niveau zu senken, kann dies zu einem enormen Kostendruck auf die Produktion führen, was möglicherweise die Qualität oder Innovation beeinträchtigt.

Zusammenfassung:

Target Costing ist eine Methode der Kostenkalkulation, bei der das Unternehmen auf der Grundlage eines festgelegten Verkaufspreises und einer angestrebten Gewinnmarge die maximal zulässigen Produktionskosten berechnet. Ziel ist es, die Produktionskosten so zu steuern, dass das Unternehmen bei einem wettbewerbsfähigen Preis und gleichzeitig einer zufriedenstellenden Gewinnmarge erfolgreich am Markt agieren kann. Es fördert Effizienz, Kostenkontrolle und eine marktgerechte Preisgestaltung, kann jedoch in bestimmten Situationen wie bei innovativen Produkten oder hohem Aufwand herausfordernd sein.

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