Parallelgeschäft

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Ein Parallelgeschäft (englisch: parallel barter oder counter purchase) ist eine spezielle Form des Kompensationsgeschäfts, bei der zwei voneinander unabhängige Kaufverträge abgeschlossen werden. Beide Verträge regeln wechselseitige Lieferungen von Waren oder Dienstleistungen, die jedoch getrennt voneinander abgewickelt werden. Jeder Vertrag enthält eigene Zahlungsvereinbarungen, sodass kein direkter Austausch von Waren gegen Waren erfolgt. Stattdessen wird jede Transaktion durch Geldzahlungen erfüllt, wodurch die Geschäfte formal unabhängig voneinander bleiben, aber inhaltlich miteinander verbunden sind[1][4][9].

Parallelgeschäft

Bild von freepik

Merkmale eines Parallelgeschäfts

  • Zwei unabhängige Verträge: Die Liefer- und Gegenlieferungsverpflichtungen werden in separaten Verträgen festgelegt.
  • Getrennte Zahlungsströme: Beide Parteien zahlen den jeweiligen Kaufpreis in Geld, wodurch keine direkte Verrechnung der Leistungen stattfindet.
  • Wechselseitige Verpflichtungen: Ein Vertragspartner verpflichtet sich, im Gegenzug für die erhaltene Ware oder Dienstleistung eine andere Ware oder Dienstleistung zu liefern.
  • Protokollierung: Oft wird ein übergeordnetes Protokoll erstellt, um die gegenseitigen Verpflichtungen zu dokumentieren und zu kontrollieren[4][7].

Beispiele für Parallelgeschäfte

  1. Außenhandel mit Entwicklungsländern:
  • Ein Unternehmen exportiert Maschinen in ein Land mit Devisenmangel. Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, Rohstoffe aus diesem Land zu importieren. Beide Transaktionen erfolgen über separate Verträge und Zahlungen[1][4].
  1. Medienbranche:
  • Ein Fernsehsender kauft Programme von einem Produzenten und verpflichtet sich gleichzeitig, Werbezeiten an denselben Produzenten zu verkaufen. Beide Geschäfte werden unabhängig voneinander abgewickelt[2].
  1. Industrieprojekte:
  • Ein Hersteller liefert Produktionsanlagen in ein anderes Land. Im Gegenzug kauft er dort gefertigte Produkte zurück, allerdings über separate Verträge und Abrechnungen[4].

Vorteile

  • Ermöglicht Handel mit Ländern, die unter Devisenknappheit leiden.
  • Fördert die Erschließung neuer Märkte.
  • Kann zur Verbesserung der Handelsbilanz beitragen[1][9].

Risiken

  • Schwankende Rohstoffpreise können den Wert der Gegenlieferung beeinflussen.
  • Schwierigkeiten bei der Vermarktung der erhaltenen Waren oder Dienstleistungen[1].

Parallelgeschäfte sind besonders im Außenhandel verbreitet und dienen oft dazu, wirtschaftliche Hindernisse wie Devisenmangel zu umgehen oder politische Vorgaben zu erfüllen.

Citations:
[1] www.juraforum.de/lexikon/kompensationsgeschaeft
[2] tarifo.de/lexikon/gegengeschaeft/
[3] publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/4680/file/paper38.pdf
[4] wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kompensationshandel-40656
[5] www.youtube.com/watch?v=HtDTIVKxvGo
[6] eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/38083/1/Dissertation%20Erwin%20Fichtl.pdf
[7] wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kompensationsgeschaeft-38261
[8] de.wikipedia.org/wiki/Kompensationsgesch%C3%A4ft


Antwort von Perplexity: pplx.ai/share

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