McKinsey-Matrix
Die McKinsey-Matrix, auch bekannt als McKinsey Portfolio-Matrix oder 9-Felder-Matrix, ist ein strategisches Analysewerkzeug, das Unternehmen dabei hilft, ihre Geschäftsbereiche oder Produkte zu bewerten und darauf basierend strategische Entscheidungen zu treffen. Sie wurde von der Unternehmensberatung McKinsey & Company in den 1970er Jahren entwickelt und ist eine Weiterentwicklung der BCG-Matrix. Die McKinsey-Matrix ermöglicht eine differenziertere Analyse und bietet eine komplexere Sichtweise auf die Wettbewerbssituation und das Potenzial von Geschäftsbereichen.
Aufbau der McKinsey-Matrix:
Die Matrix besteht aus einem 9-Felder-Raster und berücksichtigt zwei Hauptkriterien:
- Marktattraktivität (Y-Achse): Diese Dimension bewertet, wie attraktiv ein Markt oder Geschäftsbereich ist, basierend auf Faktoren wie Marktwachstum, Marktdynamik, Profitabilität, Wettbewerbssituation, Eintrittsbarrieren und Marktgröße.
- Wettbewerbsfähigkeit (Stärke des Unternehmens) (X-Achse): Diese Dimension bewertet, wie gut das Unternehmen in einem bestimmten Markt aufgestellt ist, basierend auf Faktoren wie Marktanteil, Innovationskraft, Ressourcen, Marketingfähigkeiten und Kostenstruktur.
Jeder Bereich der Matrix wird durch eine Kombination von hoch, mittel und niedrig auf beiden Achsen beschrieben, was zu insgesamt neun Feldern führt. Diese Felder zeigen an, wie das Unternehmen seine Ressourcen für verschiedene Geschäftsbereiche oder Produkte am besten einsetzen sollte.
Die 9 Felder der McKinsey-Matrix:
Die Matrix wird in drei horizontale und drei vertikale Felder unterteilt, die jeweils die Kombination aus Marktattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit darstellen:
1. Obere Reihe (hoch in beiden Dimensionen)
- Feld 1 (links oben): Sehr attraktiv und sehr wettbewerbsfähig – Investieren oder Wachstumsstrategie
- Feld 2 (Mitte oben): Sehr attraktiv, aber mittelmäßig wettbewerbsfähig – Investieren, aber mit Fokus auf Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
- Feld 3 (rechts oben): Sehr attraktiv, aber schwach wettbewerbsfähig – Investieren, aber Risiken aufgrund schwacher Wettbewerbsfähigkeit beachten
2. Mittlere Reihe (mittel in beiden Dimensionen)
- Feld 4 (links Mitte): Mittelmäßig attraktiv und sehr wettbewerbsfähig – Erhalten, möglicherweise zusätzliche Investitionen, um führend zu bleiben
- Feld 5 (Mitte Mitte): Mittelmäßig attraktiv und mittelmäßig wettbewerbsfähig – Warten und beobachten, möglicherweise Umstrukturierung oder Verbesserung erforderlich
- Feld 6 (rechts Mitte): Mittelmäßig attraktiv und schwach wettbewerbsfähig – Sanierung oder Strategieanpassung nötig
3. Untere Reihe (niedrig in beiden Dimensionen)
- Feld 7 (links unten): Wenig attraktiv und sehr wettbewerbsfähig – Sanierung oder Wegzug von Marktanteilen
- Feld 8 (Mitte unten): Wenig attraktiv und mittelmäßig wettbewerbsfähig – Desinvestition oder Verkauf des Geschäftsbereichs
- Feld 9 (rechts unten): Wenig attraktiv und schwach wettbewerbsfähig – Verkauf oder Schließung des Geschäftsbereichs
Anwendung der McKinsey-Matrix:
Die McKinsey-Matrix wird von Unternehmen genutzt, um ihre Geschäftsbereiche oder Produkte strategisch zu analysieren und Entscheidungen über Investitionen, Erweiterungen, Rückzüge oder Umstrukturierungen zu treffen. Die Matrix hilft, Prioritäten zu setzen und den Fokus auf die Bereiche zu lenken, die das größte Potenzial haben.
Strategien für jedes Feld:
- Investieren (Felder 1-3): Für Geschäftsbereiche, die in attraktiven Märkten tätig sind und/oder über starke Wettbewerbsvorteile verfügen, sollte das Unternehmen Ressourcen investieren, um die Marktführerschaft zu erlangen oder zu sichern.
- Erhalten (Felder 4 und 5): Für Geschäftsbereiche mit einer mittleren Marktattraktivität und/oder Wettbewerbsfähigkeit sollte das Unternehmen seine Position sichern und weiter ausbauen, ohne sich auf aggressive Expansion zu konzentrieren.
- Sanieren oder Umstrukturieren (Felder 6 und 7): Für Geschäftsbereiche mit schwächeren Markt- oder Wettbewerbsbedingungen könnte das Unternehmen versuchen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern oder sich aus dem Markt zurückzuziehen.
- Desinvestieren oder Verkaufen (Felder 8 und 9): Geschäftsbereiche mit niedriger Marktattraktivität und geringer Wettbewerbsfähigkeit sollten entweder verkauft oder aus dem Portfolio entfernt werden, um Ressourcen für profitablere Bereiche freizusetzen.
Vorteile der McKinsey-Matrix:
- Komplexere Analyse: Sie berücksichtigt mehr Dimensionen als die BCG-Matrix, was eine differenziertere Analyse von Geschäftsbereichen ermöglicht.
- Flexibilität: Die Matrix kann in verschiedenen Branchen und für verschiedene Unternehmensgrößen angewendet werden.
- Strategische Priorisierung: Sie hilft, klare strategische Prioritäten zu setzen und Ressourcen effizient zu verteilen.
Nachteile der McKinsey-Matrix:
- Subjektivität: Die Bewertung der Marktattraktivität und der Wettbewerbsfähigkeit kann subjektiv sein und von den Kriterien des Unternehmens abhängen.
- Komplexität: Die Matrix erfordert eine detaillierte Analyse und umfangreiche Marktdaten, was zeit- und ressourcenintensiv sein kann.
- Veränderungen im Markt: Die Matrix zeigt nur die aktuelle Situation und berücksichtigt keine zukünftigen Marktentwicklungen oder Trends.
Fazit:
Die McKinsey-Matrix ist ein wertvolles strategisches Instrument, das Unternehmen hilft, ihre Ressourcen effektiv zu verteilen und Entscheidungen darüber zu treffen, in welche Geschäftsbereiche investiert oder welche gegebenenfalls zurückgefahren oder verkauft werden sollen. Sie bietet eine detailliertere und differenziertere Analyse als die BCG-Matrix und ist besonders nützlich für Unternehmen mit komplexeren Portfolio-Strukturen.
Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index