Die eigene Position unangreifbar machen

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Position unangreifbar

Bild von maniacvector auf Freepik

Der Kunstgriff „Die eigene Position unangreifbar machen“ ist eine der 38 eristischen Dialektik-Strategien von Arthur Schopenhauer. Dabei wird die eigene Argumentation so formuliert, dass sie nicht oder nur sehr schwer widerlegt werden kann, selbst wenn sie eigentlich nicht zwingend richtig ist.

Das Ziel dieser Taktik ist es, den Gegner in eine defensive Position zu drängen, indem man sich selbst gegen Kritik absichert oder die eigene Aussage so vage hält, dass sie nicht widerlegt werden kann.


Wie funktioniert dieser Trick?

📌 Taktik:

  1. Unschärfe oder Mehrdeutigkeit nutzen:
    – Eine Aussage wird absichtlich unklar formuliert, sodass man sie im Nachhinein immer anpassen kann.
    – Beispiel: „Ich habe nie gesagt, dass es genau so passieren wird.“
  2. Auf Allgemeinplätze oder Selbstverständlichkeiten ausweichen:
    – Man behauptet etwas so Grundlegendes, dass niemand widersprechen kann.
    – Beispiel: „Wir sollten alle das tun, was am besten für die Gesellschaft ist.“
  3. Die Position ständig verschieben (Moving the Goalposts):
    – Wenn der Gegner ein Argument widerlegt, wird einfach ein neues Kriterium eingeführt.
    – Beispiel: „Ja, das mag in diesem Fall stimmen, aber in einem anderen Fall wäre es sicher anders.“
  4. Eine Aussage so formulieren, dass jede mögliche Entwicklung als Bestätigung dient:
    – Beispiel: „Dieses System wird entweder erfolgreich sein oder uns lehren, was wir verbessern müssen.“
    – Egal was passiert, die Aussage bleibt richtig.

Beispiele für diesen Trick

1️⃣ Vage und unpräzise Formulierungen nutzen

🔹 Beispiel:

A: „Ich bin sicher, dass sich die Wirtschaft bald erholen wird.“
B: „Wie genau definieren Sie ‚bald‘?“
A: „Nun ja, es kann ein paar Monate oder auch ein Jahr dauern, aber die Erholung wird kommen.“

👉 A macht eine vage Vorhersage, die nicht klar widerlegt werden kann, weil „bald“ unbestimmt bleibt.


2️⃣ Allgemeinplätze verwenden

🔹 Beispiel:

A: „Letztlich wollen wir doch alle nur das Beste für unsere Kinder.“
B: „Das stimmt zwar, aber wie erreichen wir das konkret?“
A: „Indem wir kluge Entscheidungen treffen.“

👉 A bleibt bewusst unklar, sodass keine Angriffsfläche entsteht.


3️⃣ Die eigene Position immer anpassen

🔹 Beispiel:

A: „Diese neue Methode wird in der Medizin einen Durchbruch bringen.“
B: „Aber in der Studie gab es keine signifikanten Ergebnisse.“
A: „Nun, das bedeutet nur, dass wir sie noch weiterentwickeln müssen, bevor sie ihre volle Wirkung zeigt.“

👉 A stellt seine Aussage so dar, dass jede mögliche Entwicklung seine Position bestätigt.


Warum funktioniert dieser Trick?

✅ Schutz vor Widerlegung: Eine flexible oder unklare Aussage kann kaum widerlegt werden.
✅ Psychologische Überlegenheit: Der Gegner kann keinen Angriffspunkt finden und gerät in die Defensive.
✅ Scheinbare Unfehlbarkeit: Wer seine Position geschickt absichert, wirkt souverän und überzeugend.


Wie kann man sich dagegen wehren?

🛡 1. Auf klare Definitionen bestehen:
– „Was genau meinen Sie mit ‚bald‘? Können Sie eine konkrete Zeitspanne nennen?“

🛡 2. Nach Belegen oder konkreten Beispielen fragen:
– „Können Sie mir eine Studie nennen, die Ihre Aussage stützt?“

🛡 3. Versuche, die Position zu verschieben, offenlegen:
– „Sie ändern Ihre Aussage immer wieder. Bleiben wir bei Ihrer ursprünglichen Behauptung.“

🛡 4. Unklare Aussagen entlarven:
– „Das klingt sehr allgemein. Können Sie präziser sein?“


Fazit

Der Kunstgriff „Die eigene Position unangreifbar machen“ ist eine raffinierte Strategie, um eine Debatte zu dominieren, indem man sich der Widerlegung entzieht. Wer diesen Trick erkennt, kann ihn entlarven, indem er auf Präzision, Beweise und klare Definitionen besteht. 🎭


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