Dialogmethode

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index

Die Dialogmethode nach Siegfried Vögele, der u.a. auch als Studienleiter und Professor an der BAW in München den Inhaber von JupiterEXPRESS Derya Thomas Fiedler im Jahr 2000 unterrichtete, ist eine spezielle Methode der Kommunikation und Konfliktlösung, die vor allem in der Unternehmensführung, in der Psychotherapie und in der zwischenmenschlichen Kommunikation Anwendung findet. Sie ist ein strukturiertes, interaktives Verfahren, das auf dem Prinzip des Dialogs basiert, bei dem beide Parteien (oder alle Beteiligten) aktiv und gleichwertig miteinander kommunizieren.

Hintergrund und Ursprung der Dialogmethode

Siegfried Vögele, ein deutscher Kommunikationswissenschaftler und Berater, entwickelte die Dialogmethode als ein Konzept für die interaktive Kommunikation in schwierigen Gesprächssituationen. Vögele orientierte sich dabei an den Ideen der Dialogischen Kommunikation, die aus der Philosophie von Martin Buber (mit seinem Konzept des „Ich-Du“-Dialogs) und den systemischen Ansätzen stammt.

Ziel der Dialogmethode ist es, Missverständnisse zu vermeiden und durch respektvolle, gleichwertige Kommunikation zu einer Lösung zu kommen, bei der alle Beteiligten gehört werden und zu einem konsensualen Ergebnis gelangen. Die Methode fördert die Aktivität und Selbstverantwortung der Gesprächspartner und basiert auf dem Prinzip des echten Dialogs.

Zentrale Prinzipien der Dialogmethode nach Vögele

Die Dialogmethode umfasst mehrere zentrale Prinzipien, die die Art und Weise beeinflussen, wie Kommunikation zwischen Menschen gestaltet wird:

  1. Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung: Die Methode setzt voraus, dass alle Teilnehmer des Dialogs sich gegenseitig mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Der Dialog basiert auf einer gleichwertigen Kommunikation, in der keine Person dominieren darf.
  2. Aktive Teilnahme und Offenheit: Alle Gesprächsteilnehmer sind aufgerufen, aktiv am Gespräch teilzunehmen und ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse zu äußern. Dabei soll eine offene Haltung ohne Vorurteile oder Verzerrungen eingenommen werden.
  3. Offenes Zuhören: Ein zentrales Element der Methode ist das aktive Zuhören, bei dem die Gesprächspartner die Perspektive des anderen wirklich verstehen wollen. Es geht darum, den anderen aus seiner Sichtweise wahrzunehmen und zu begreifen.
  4. Wertschätzende Kommunikation: In der Dialogmethode wird Wert auf eine wertschätzende Kommunikation gelegt. Der Dialog soll nicht von Kritik oder negativen Bewertungen geprägt sein, sondern auf positiven, lösungsorientierten Aussagen basieren.
  5. Konsensfindung: Das Ziel der Dialogmethode ist es, eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist. Hierbei wird durch Kommunikation und Dialog ein Kompromiss gesucht, bei dem alle Parteien einverstanden sind.

Ablauf der Dialogmethode

Der Ablauf der Dialogmethode besteht aus mehreren Phasen:

  1. Begrüßung und Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre: Zu Beginn des Dialogs wird eine vertrauensvolle und respektvolle Atmosphäre geschaffen, in der sich alle Beteiligten sicher fühlen können. Dies ist wichtig, damit jeder offen seine Meinung äußern kann.
  2. Themenklärung und Zielsetzung: Die Teilnehmer klären zu Beginn, welches Thema oder Problem sie gemeinsam bearbeiten wollen. Dabei wird das Ziel des Dialogs klar definiert – in der Regel geht es darum, eine Lösung oder einen Konsens zu finden.
  3. Zuhören und Verständnis entwickeln: Die Gesprächsteilnehmer hören sich gegenseitig zu und versuchen, die Perspektiven des anderen zu verstehen. In dieser Phase geht es nicht um eine schnelle Lösung, sondern um das Erkennen und Verstehen der unterschiedlichen Standpunkte.
  4. Meinungsaustausch und Reflexion: Nachdem alle Parteien ihre Standpunkte dargelegt haben, reflektieren sie gemeinsam über die Aussagen der anderen. Hierbei können Missverständnisse aufgeklärt und verschiedene Perspektiven miteinander abgeglichen werden.
  5. Lösungsfindung und Konsensbildung: In dieser Phase des Dialogs geht es darum, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Lösung muss für alle Beteiligten akzeptabel sein. Hier wird versucht, Kompromisse zu finden, die die Interessen aller berücksichtigen.
  6. Abschluss und Reflexion: Am Ende des Dialogs wird das Gespräch zusammengefasst, und es wird ein Abschluss gefunden. Die Teilnehmer reflektieren über das Gespräch und die gefundenen Lösungen.

Beispiel für die Anwendung der Dialogmethode

Stellen wir uns vor, ein Team in einem Unternehmen hat einen Konflikt über die Zuteilung von Aufgaben. Der Konflikt besteht darin, dass einige Teammitglieder das Gefühl haben, dass sie mehr Verantwortung und Arbeitsaufwand übernehmen müssen als andere.

  1. Begrüßung und Vertrauensaufbau: Zu Beginn des Dialogs betont der Moderator die Bedeutung des respektvollen Umgangs und stellt klar, dass es nicht darum geht, Schuldige zu finden, sondern eine gemeinsame Lösung zu finden.
  2. Themenklärung: Das Thema des Gesprächs wird eindeutig formuliert: „Wie können wir die Arbeitsaufteilung im Team so gestalten, dass alle gerecht behandelt werden und sich nicht überlastet fühlen?“
  3. Zuhören und Verständnis entwickeln: Jedes Teammitglied erklärt seine Perspektive. Dabei wird betont, dass jeder gehört wird und keine Bewertungen vorgenommen werden. Ein Teammitglied erklärt, dass es sich überlastet fühlt, während ein anderes Teammitglied darauf hinweist, dass es keine Aufgaben erhält.
  4. Meinungsaustausch und Reflexion: Im Austausch werden Missverständnisse aufgedeckt, und alle erkennen, dass sie unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was „faire Arbeitsaufteilung“ bedeutet.
  5. Lösungsfindung und Konsensbildung: Nachdem alle Standpunkte dargelegt wurden, schlägt ein Teammitglied vor, dass künftig die Aufgaben besser verteilt und transparente Absprachen getroffen werden sollten. Nach Diskussion einigen sich alle auf eine Lösung, die in Form eines neuen Systems zur Aufgabenverteilung umgesetzt wird.
  6. Abschluss und Reflexion: Der Dialog wird zusammengefasst, und es wird sich darauf verständigt, das neue System in den nächsten Wochen auszuprobieren und bei Bedarf anzupassen.

Vorteile der Dialogmethode

  • Fördert das Verständnis: Durch aktives Zuhören und den Austausch von Perspektiven wird ein tieferes Verständnis für die Sichtweisen der anderen entwickelt.
  • Stärkt Beziehungen: Die Methode fördert ein respektvolles und kooperatives Miteinander, das langfristig die Zusammenarbeit und das Vertrauen innerhalb von Teams stärkt.
  • Lösungsorientiert: Statt sich auf Schuldzuweisungen zu konzentrieren, wird der Fokus auf die gemeinsame Lösung und Konsensbildung gelegt.
  • Verbesserte Kommunikation: Die Dialogmethode hilft dabei, Missverständnisse zu vermeiden und die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu verbessern.

Fazit

Die Dialogmethode nach Siegfried Vögele ist eine strukturierte und effektive Kommunikations- und Konfliktlösungsmethode, die auf einem respektvollen und gleichwertigen Dialog zwischen den Gesprächspartnern basiert. Sie fördert aktives Zuhören, Wertschätzung und gemeinsame Lösungen, was besonders in Teams und bei Konflikten von großem Nutzen sein kann. Die Methode hat weitreichende Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen wie Unternehmen, Psychotherapie und Bildung.

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index