Rürup-Rente

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index
Rürup-Rente

Bild von maniacvector auf Freepik

Die Rürup-Rente, auch als Basisrente bekannt, ist eine private Altersvorsorge, die besonders für Selbstständige und Freiberufler konzipiert wurde, aber auch von Angestellten genutzt werden kann. Sie wurde 2005 eingeführt und soll eine zusätzliche Einkommensquelle im Alter bieten, um die gesetzliche Rente zu ergänzen. Der Name stammt von dem Ökonomen Beatrice Rürup, die als Beraterin in der Rentenreformkommission tätig war.

Merkmale der Rürup-Rente:

  1. Steuerliche Vorteile:
    • Die Rürup-Rente bietet einen erheblichen Steuervorteil. Die eingezahlten Beiträge können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
    • Im Jahr 2025 können bis zu 100 % der Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 25.787 Euro (für Alleinstehende) bzw. 51.574 Euro (für Verheiratete) steuerlich abgesetzt werden. Die Steuerersparnis ergibt sich aus der Reduzierung des zu versteuernden Einkommens.
    • Diese steuerliche Förderung ist besonders für Selbstständige von Vorteil, da sie keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht haben und somit keine Altersvorsorgebeiträge absetzen können.
  2. Kapitalverwendung und Auszahlung:
    • Anders als bei der Riester-Rente gibt es keine staatlichen Zulagen. Stattdessen sind die Steuervorteile die Hauptattraktion.
    • Auszahlung: Die Rürup-Rente wird im Rentenalter als lebenslange Rente ausgezahlt. Sie kann nicht als Kapital oder als Einmalzahlung bezogen werden. Das bedeutet, dass das angesparte Kapital nicht vorzeitig entnommen werden kann und nur in Form einer monatlichen Rente im Alter zur Verfügung steht.
    • Flexibilität: Im Vergleich zur Riester-Rente gibt es weniger Flexibilität bezüglich der Auszahlungsmodalitäten, da das Kapital in eine lebenslange Rente umgewandelt wird.
  3. Zielgruppe:
    • Selbstständige, Freiberufler und Beamte können die Rürup-Rente besonders gut nutzen, da sie keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht haben. Aber auch Angestellte können sie abschließen, wenn sie ihre Altersvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung ergänzen möchten.
    • Sie eignet sich auch für Gutverdiener, da sie in Kombination mit der steuerlichen Absetzbarkeit eine effektive Steuerersparnis bieten kann.
  4. Kapitalanlage:
    • Die Rürup-Rente wird in verschiedenen Anlagemöglichkeiten angeboten, z.B. als Fondsgebundene Rente, klassische Lebensversicherung oder als Bankprodukt.
    • Bei den fondsgebundenen Varianten besteht die Möglichkeit, das Kapital in Investmentfonds zu investieren, was eine höhere Rendite bringen kann, aber auch mit höherem Risiko verbunden ist.
    • Klassische Lebensversicherungen bieten eine Garantie auf das eingezahlte Kapital, aber die Renditen sind oft niedriger.
  5. Wirtschaftliche Aspekte:
    • Sicherheitsaspekt: Eine Rürup-Rente ist in der Regel sicherer als viele andere private Altersvorsorgeprodukte, da sie auf einer Versicherung basiert, die garantierte Leistungen bietet.
    • Wirtschaftlichkeit: Die Rendite der Rürup-Rente ist je nach gewähltem Produkt und Anbieter unterschiedlich und kann durch Kosten wie Abschluss- und Verwaltungskosten gemindert werden.

Vorteile der Rürup-Rente:

  1. Steuerliche Absetzbarkeit: Besonders für Selbstständige und Freiberufler bietet die Rürup-Rente den Vorteil der vollständigen steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge, was eine erhebliche Steuerersparnis bedeutet.
  2. Langlebigkeit: Als eine auf lebenslange Rentenzahlungen ausgelegte Altersvorsorge sorgt die Rürup-Rente dafür, dass das angesparte Kapital auch im Alter kontinuierlich zur Verfügung steht.
  3. Keine Entnahme vor dem Rentenbeginn: Dies schützt vor der Versuchung, das Kapital vorzeitig zu verwenden und stellt sicher, dass die Rente im Alter regelmäßig gezahlt wird.

Nachteile der Rürup-Rente:

  1. Keine Kapitalauszahlung: Im Gegensatz zu anderen Altersvorsorgeprodukten wie der Riester-Rente oder privaten Rentenversicherungen kann das angesparte Kapital nicht als Einmalzahlung entnommen werden, sondern nur als monatliche Rente.
  2. Keine Erbschaftsmöglichkeit: Falls der Versicherte vor Erreichen des Rentenalters stirbt, geht das angesparte Kapital verloren, es sei denn, der Vertrag sieht eine Hinterbliebenenrente vor. Bei vielen Anbietern gibt es keine Auszahlung des Kapitals an die Erben.
  3. Geringe Flexibilität: Es ist schwieriger, auf die angesparten Mittel zuzugreifen oder den Vertrag während der Ansparphase zu ändern.

Fazit:

Die Rürup-Rente ist eine besonders attraktive Option für Selbstständige und Freiberufler, die keine gesetzliche Rentenversicherung haben, aber auch für Angestellte, die ihre Altersvorsorge ergänzen möchten. Die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge stellt einen der größten Vorteile dar. Sie ist jedoch weniger flexibel als andere Produkte, da sie nur in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt wird und keine Kapitalauszahlung oder Erbschaftsmöglichkeiten bestehen. Wer langfristig auf eine regelmäßige Einkommensquelle im Alter bauen möchte und keine kurzfristigen Entnahmen benötigt, kann von der Rürup-Rente profitieren.

Du möchtest zu diesen Begriff oder einem anderen Thema mit uns ins Gespräch kommen? 
Dann kontaktiere uns einfach hier! 😊

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index