Englische Auktion

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index
Englische Auktion

Bild von maniacvector auf Freepik

Die Englische Auktion, auch offene, aufsteigende Auktion genannt, ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Auktionsform. Sie wird häufig bei Kunstauktionen, Immobilienverkäufen und Online-Plattformen wie eBay genutzt.

Kernprinzip

Bei einer Englischen Auktion geben Bieter offene, aufsteigende Gebote ab. Das bedeutet:

  • Die Auktion beginnt mit einem Startpreis.
  • Die Bieter überbieten sich gegenseitig.
  • Die Auktion endet, wenn keiner mehr höher bietet.
  • Der Höchstbietende gewinnt und zahlt sein letztes Gebot.

Ablauf einer Englischen Auktion

  1. Start der Auktion
    • Der Auktionator gibt einen Mindestpreis oder ein Startgebot vor.
  2. Bieter überbieten sich gegenseitig
    • Jeder Bieter kann ein höheres Gebot abgeben als das vorherige.
    • Der Auktionsleiter ruft die aktuellen Gebote aus („100 Euro geboten, wer bietet 110?“).
  3. Auktion endet bei keinem neuen Gebot
    • Sobald kein weiteres Gebot kommt, wird das höchste Gebot als Endpreis festgelegt.
    • Der Gewinner zahlt genau sein letztes Gebot.
  4. Übergabe des Auktionsguts
    • Der Gewinner erhält das Auktionsobjekt nach Bezahlung.

Beispiel einer Englischen Auktion

Ein Gemälde wird versteigert, Startpreis: 500 €

  1. Bieter A: 600 €
  2. Bieter B: 700 €
  3. Bieter C: 800 €
  4. Bieter B: 850 €
  5. Bieter C: 900 € (kein weiteres Gebot)

➡️ Bieter C gewinnt und zahlt 900 €.


Strategie in einer Englischen Auktion

Da Bieter sehen können, was andere bieten, entwickeln sie unterschiedliche Strategien:

1. Schrittweises Bieten

  • Der Bieter erhöht sein Gebot in kleinen Schritten, um den Preis langsam zu treiben.

2. Früh dominieren

  • Ein Bieter gibt früh ein sehr hohes Gebot ab, um andere abzuschrecken.

3. Bis zum Limit warten

  • Ein Bieter wartet lange und gibt erst kurz vor Schluss sein Höchstgebot ab.

4. „Jump Bidding“

  • Ein Bieter überspringt mehrere Gebotsstufen, um Konkurrenten zu verunsichern.

Vorteile der Englischen Auktion

Einfach zu verstehen – Bieter wissen genau, wo sie stehen.
Fair und transparent – Jeder sieht die anderen Gebote.
Erzielt oft hohe Preise – Weil Bieter sich gegenseitig antreiben.


Nachteile der Englischen Auktion

Zeitaufwendig – Bieter müssen lange mitbieten.
Winner’s Curse (Gewinnerfluch) – Der Höchstbietende könnte am Ende zu viel zahlen.
Strategisches Verhalten möglich – Manche Bieter könnten taktieren, um den Preis zu manipulieren.


Vergleich mit anderen Auktionsarten

AuktionsartGebotsmechanismusZahlungStrategie
Englische AuktionOffene, aufsteigende GeboteHöchstgebot des GewinnersSchrittweises oder aggressives Bieten
Holländische AuktionPreis fällt von hoch zu niedrigErster Zuschlag gewinntAbwarten oder schnelles Zugreifen
ErstpreisauktionVerdeckte GeboteHöchstbietender zahlt sein GebotStrategisches Unterbieten
Zweitpreisauktion (Vickrey)Verdeckte GeboteGewinner zahlt zweithöchstes GebotWahrheitsgemäßes Bieten

„Du möchtest zu diesen Begriff oder einem anderen Thema mit uns ins Gespräch kommen?“

Dann kontaktiere uns einfach hier! 😊


Anwendungsbereiche der Englischen Auktion

🔹 Kunst- und Antiquitätenauktionen (Sotheby’s, Christie’s)
🔹 Immobilienverkäufe
🔹 Online-Plattformen (eBay, Catawiki)
🔹 Viehmärkte und landwirtschaftliche Produkte
🔹 Spendenauktionen


Fazit

Die Englische Auktion ist eine transparente, weit verbreitete Auktionsform, die oft zu hohen Preisen führt, weil Bieter sich gegenseitig überbieten. Sie eignet sich besonders für wertvolle oder begehrte Objekte. Dennoch müssen Bieter aufpassen, nicht in den Winner’s Curse zu geraten und zu viel zu zahlen.

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index