Forwards

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Forwards (auch Forward Contracts) sind Finanzinstrumente, die es den Parteien ermöglichen, sich auf den zukünftigen Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts zu einem bestimmten Preis zu einigen. Diese Verträge sind maßgeschneiderte Vereinbarungen, die außerhalb einer Börse direkt zwischen zwei Parteien abgeschlossen werden (Over-the-Counter, OTC). Sie werden oft verwendet, um sich gegen Preisänderungen abzusichern oder auf zukünftige Preisbewegungen zu spekulieren.
Schlüsselmerkmale von Forwards:
- Maßgeschneiderte Verträge:
- Forwards werden individuell zwischen den beiden Parteien ausgehandelt, was bedeutet, dass sie hinsichtlich Menge, Preis, Ablaufdatum und anderen Bedingungen flexibel sind.
- Da sie nicht standardisiert sind, sind sie nicht an Börsen handelbar und bieten eine hohe Anpassungsfähigkeit, aber auch weniger Liquidität im Vergleich zu anderen Derivaten wie Futures.
- Verpflichtung:
- Ein Forward-Vertrag verpflichtet beide Parteien, den Kauf oder Verkauf des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu einem festgelegten Preis (dem Forward-Preis) zu einem zukünftigen Zeitpunkt (dem Verfallstag) durchzuführen.
- Im Gegensatz zu Optionen, bei denen der Käufer das Recht hat, aber nicht verpflichtet ist, den Vertrag auszuführen, sind Forwards für beide Parteien verpflichtend.
- Der zugrunde liegende Vermögenswert:
- Settlement:
Beispiel für einen Forward-Kontrakt:
Angenommen, ein Unternehmen erwartet in sechs Monaten eine Lieferung von Rohöl und möchte sich gegen Preisänderungen absichern. Das Unternehmen schließt einen Forward-Vertrag ab, um 1.000 Barrel Öl zu einem Preis von 60 € pro Barrel zu kaufen, mit einer Lieferung in sechs Monaten.
- Wenn der Ölpreis zu diesem Zeitpunkt 70 € pro Barrel beträgt, hat das Unternehmen durch den Vertrag 10 € pro Barrel gespart.
- Wenn der Ölpreis jedoch auf 50 € pro Barrel fällt, hat das Unternehmen durch den Vertrag 10 € pro Barrel zu viel gezahlt.
Hauptmerkmale eines Forwards im Detail:
- Forward-Preis:
- Verfallstag:
- Der Zeitpunkt, zu dem der Forward-Kontrakt ausgeführt wird, entweder durch Lieferung des Vermögenswerts oder durch eine finanzielle Abwicklung. Der Verfallstag ist im Voraus festgelegt und nicht flexibel, was zu einer festen Verbindlichkeit für beide Parteien führt.
- Keine tägliche Bewertung:
Verwendung von Forwards:
- Absicherung (Hedging):
- Forwards werden häufig verwendet, um sich gegen Preisrisiken abzusichern. Beispielsweise kann ein Unternehmen, das eine ausländische Währung für zukünftige Zahlungen benötigt, einen Währungs-Forward verwenden, um den Wechselkurs zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft abzusichern.
- Spekulation:
- Investoren und Spekulanten können Forwards nutzen, um auf zukünftige Preisbewegungen zu setzen. Wenn jemand glaubt, dass der Preis eines Vermögenswerts steigen wird, kann er einen Forward-Vertrag abschließen, um diesen zu einem günstigeren Preis zu kaufen.
- Zinsabsicherung:
- Zins-Forward-Kontrakte werden auch verwendet, um sich gegen Zinsänderungen abzusichern, z. B. von Unternehmen, die variable Zinssätze auf ihre Schulden haben und sich vor einem Anstieg der Zinssätze schützen möchten.
Vorteile von Forwards:
- Flexibilität:
- Absicherung gegen Preisschwankungen:
- Forwards bieten eine Möglichkeit, sich gegen zukünftige Preisrisiken abzusichern, insbesondere bei Rohstoffen oder Währungen.
- Kein Marktrisiko bis zum Verfallstag:
- Da der Vertrag nicht täglich bewertet wird, gibt es keine täglichen Schwankungen im Margin-Konto, und das Risiko wird erst zum Verfallstag realisiert.
Nachteile von Forwards:
- Geringe Liquidität:
- Da Forwards individuell zwischen den Parteien ausgehandelt werden, gibt es keine Standardisierung und keinen zentralen Markt. Das bedeutet, dass sie weniger liquide sind und es schwieriger sein kann, einen Vertrag vor dem Verfallstag zu verkaufen oder zu übertragen.
- Kreditrisiko:
- Da Forwards außerbörslich gehandelt werden, tragen beide Parteien das Kreditrisiko, das heißt, die Gefahr, dass die andere Partei ihre Verpflichtungen nicht erfüllt (z. B. durch Insolvenz).
- Keine tägliche Preisbewertung:
Zusammenfassung:
Forwards sind flexible, maßgeschneiderte Finanzverträge, die es den Parteien ermöglichen, den zukünftigen Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts zu einem festgelegten Preis zu vereinbaren. Sie sind vor allem nützlich für Absicherung und Spekulation, aber auch mit Risiken verbunden, da sie keine Liquidität und tägliche Bewertung bieten und Kreditrisiken beinhalten. Forwards sind häufig in Märkten wie Rohstoffen, Währungen und Zinsen anzutreffen.
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