Likert-Skala

Diese Begriffserklärung teilen
« Zurück zum Glossar Index

Die Likert-Skala ist eine weit verbreitete Methode zur Messung von Einstellungen, Meinungen oder Wahrnehmungen in sozialen Wissenschaften, Marktforschung und Psychologie. Sie wurde von dem amerikanischen Sozialwissenschaftler Rensis Likert entwickelt und wird verwendet, um die Intensität von Zustimmung oder Ablehnung gegenüber einer bestimmten Aussage zu messen.

Aufbau der Likert-Skala:

Die Skala besteht typischerweise aus einer Reihe von Aussagen zu einem bestimmten Thema, zu denen die Befragten ihre Zustimmung oder Ablehnung auf einer abgestuften Skala angeben. Diese Skala reicht normalerweise von starker Ablehnung bis zu starker Zustimmung. Die häufigste Form der Likert-Skala ist die 5-Punkte-Skala, aber auch 7- oder 10-Punkte-Skalen sind in der Praxis üblich.

Beispiel für eine 5-Punkte-Likert-Skala:

  1. Stimme überhaupt nicht zu
  2. Stimme eher nicht zu
  3. Neutral / Keine Meinung
  4. Stimme eher zu
  5. Stimme voll und ganz zu

Die Befragten wählen eine der fünf Antwortmöglichkeiten, die ihre Einstellung zur jeweiligen Aussage widerspiegelt.

Anwendung:

Die Likert-Skala wird häufig verwendet, um die Einstellungen, Meinungen, Gefühle oder Wahrnehmungen zu verschiedenen Themen zu messen, wie zum Beispiel:

  • Zufriedenheit mit einem Produkt oder einer Dienstleistung
  • Zustimmung zu politischen oder gesellschaftlichen Themen
  • Wahrnehmung der Qualität von Produkten oder Dienstleistungen
  • Beurteilung von Verhalten oder Einstellungen in der Arbeitswelt oder im sozialen Kontext

Vorteile der Likert-Skala:

  1. Einfache Anwendung: Die Likert-Skala ist einfach zu verstehen und ermöglicht eine schnelle Datenerhebung.
  2. Vielseitigkeit: Sie kann in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, von der Marktforschung bis zur psychologischen Forschung.
  3. Skalierung von Meinungen: Die Skala erlaubt es, die Intensität von Meinungen oder Einstellungen zu messen, nicht nur die Richtung (z.B. Zustimmung oder Ablehnung).
  4. Statistische Auswertung: Die Antworten auf der Skala können einfach für statistische Auswertungen wie Mittelwerte, Standardabweichungen und Korrelationsanalysen verwendet werden.

Nachteile der Likert-Skala:

  1. Mittelwert-Tendenz: Befragte tendieren manchmal dazu, die mittlere Antwortoption („neutral“ oder „keine Meinung“) zu wählen, wenn sie sich nicht sicher sind oder keine starke Meinung haben.
  2. Antwortverzerrung: Manche Personen neigen dazu, immer eher zustimmend oder ablehnend zu antworten, unabhängig vom Inhalt der Frage (z.B. „soziale Erwünschtheit“).
  3. Unterschätzung der Komplexität: Die Skala misst möglicherweise nur in groben Zügen und könnte komplexere Meinungen oder Einstellungen ungenau wiedergeben.

Erweiterungen der Likert-Skala:

  • 7-Punkte-Skala: Eine erweiterte Version der Likert-Skala mit mehr Antwortmöglichkeiten, die eine feinere Differenzierung von Meinungen ermöglicht. Beispiel einer 7-Punkte-Skala:
    1. Stimme überhaupt nicht zu
    2. Stimme eher nicht zu
    3. Stimme leicht nicht zu
    4. Neutral
    5. Stimme leicht zu
    6. Stimme eher zu
    7. Stimme voll und ganz zu
  • Likert-Items: Es gibt auch Likert-Items, die nicht nur als Aussagen formuliert sind, sondern auch als Fragen gestellt werden, um z. B. das Verhalten oder die Wahrnehmung der Befragten zu messen.

Fazit:

Die Likert-Skala ist ein nützliches Instrument zur Messung von Einstellungen und Meinungen, das es ermöglicht, die Intensität der Zustimmung oder Ablehnung zu bestimmten Aussagen oder Fragen zu erfassen. Sie ist einfach anzuwenden, vielseitig und bietet eine gute Grundlage für statistische Auswertungen.

Wir sind darum bemüht die angebotenen Informationen aktuell zu halten und diese in knapper und verständlicher Form darzustellen. Fehler und Irrtümer bleiben aber menschlich und darum vorbehalten. Bei Unstimmigkeiten zu einem Begriff, bitten wir darum dies per E-Mail mit uns zu diskutieren. Bitte nutze hierfür unsere E-Mail: info@jupiterexpress.de« Zurück zum Glossar Index